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Tour gegen Minen
Minen töten weiterhin
Am 1. September 2002 ereigneten sich gleich zwei Unglücke.
Unglück 1: In der Nähe des US-amerikanischen Luftwaffenstützpunktes bei Bagram in Afghanistan waren Equipen der afghanischen Minenräumorganisation Afghan Mine Clearance Planning Agency (MCPA) an der Arbeit. Ein Minenräumer hatte eine Personenmine gefunden und wollte sie entschärfen, als diese plötzlich explodierte. Die Explosion war tödlich, der Minenräumer starb. Eine herbeigeeilte Ambulanz einer dänischen Minenräumorganisation nahm den Leichnam mit.
Da spielte sich die zweite Katastrophe ab: Auf dem Rückweg, als die Ambulanz den Basar passierte, fuhr sie auf eine Panzermine. Die drei Insassen verloren ihr Leben. 18 Personen, die sich in der Nähe befanden, wurden dabei verletzt. Nur ein schwarzes, ausgebranntes Metallskelett neben der Strasse blieb von der Ambulanz übrig.

Minen bedeuten Angst, Tod und Verstümmelung. Das ist der Alltag für unzählige Menschen in aktuellen oder ehemaligen Konfliktgebieten. Neben Personenminen, die nun von 141 Ländern (Dreiviertel aller Staaten) geächtet wurden, verbreiten die nicht verbotenen Fahrzeugminen und Blindgänger von Streumunition weiterhin Angst und Schrecken. Bisher haben sich die Scheinwerfer auf die Staaten gerichtet, die sich dem Personenminenverbot nicht anschliessen wollten: USA, Russland, Indien, Pakistan, Israel, Ägypten und 42 andere Staaten. Aber dass viele europäische Staaten, darunter auch die Schweiz, immer noch Fahrzeugminen und Streumunition («cluster bombs») besitzen und produzieren und Handel treiben, ging vergessen. Diese Waffensysteme sind für die Bevölkerung, Minenräumer, humanitäre HelferInnen und UNO-Friedenstruppen genauso gefährlich wie Personenminen

Welche Rolle spielt die Schweiz? Die Ruag, die Rüstungsunternehmung im Besitz der Eidgenossenschaft, produziert zusammen mit einer israelischen Rüstungsfirma Streumunition und bietet sie international an Waffenmessen an. Die Schweizer Armee besitzt ausserdem immer noch gefährliche Fahrzeugminen. Eine Mine speziell fies: Sie hat einen Magnetzünder und explodiert nicht auf Druck, sondern auf die Präsenz von Metall. Die französische und kanadische Armee warnen vor diesem Minentyp: Bereits das Metall einer Schaufel könne diese Mine zur Detonation bringen.

Nichstaatliche Organisationen – www.uxo.ch – fordern daher ein weltweites Verbot von Fahrzeugminen und Streumunition wie von Personenminen.

Zahlen
Millionen von Minen sind immer noch verbuddelt, verdrahtet, verlegt und warten auf ihr nächstes Opfer. Über 70 Staaten – meist die ärmsten der armen – sind von Minen verseucht. Personenminen können nicht unterscheiden zwischen Freund und Feind, zwischen Soldat und Kind. Sie töten oder verstümmeln auf die perfideste Weise. Minen kennen keinen Frieden.
Niemand weiss, wie viele Minen verlegt sind. Etwa 88 Länder sind in irgend einer Form betroffen von Landminen. Dabei ist die Zahl gar nicht wichtig. Es braucht keine einzige Mine, damit ein Bauer sein Feld nicht mehr betritt. Es braucht nur die Angst vor Minen. 1996 verliessen in Mozambique 10'000 Menschen ihr Städtchen, weil sie Angst vor Minen hatten. Nach dreimonatiger Arbeit fand eine Minenräumequipe vier Minen. Die am meisten betroffen Länder sind Afghanistan, Angola, Bosnien, Kambodscha, Irak, Kosovo, Laos, Mocambique, Somalia, Sri Lanka, Sudan. In den letzten Jahren wurden Minen eingesetzt in Angola, Kolumbien, Burma (Myanmar), Libanon, Philippinen, Tschetschenien und in den ehemaligen jugoslawischen Republiken. Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich 25'000 neue Minenopfer zu beklagen sind. Die Hälfte stirbt, die andere Hälfte wird verstümmelt. 85 Prozent aller verunfallten Kinder sterben, bevor sie in ein Spital transportiert werden können.

Ottawa-Personenminenverbotskonvention
Die Ottawa-Minenverbotskonvention verbietet Personenminen, aber nicht andere minenähnliche Waffen. Sie ist seit dem 1. März 1999 in Kraft. Im Dezember 1997 wurde sie zur Unterschrift aufgelegt. Bisher haben sie 150 Staaten unterzeichnet und 141 auch ratifiziert. Immer noch sträuben sich die USA, Russland, Israel, Indien, Pakistan, Finnland und andere Staaten dagegen, ihre Unterschrift unter das Dokument zu setzen. Die Ottawa-Konvention verbietet Einsatz, Produktion und Handel von Personenminen. Sie verpflichtet die reichen Ländern, Minenräumung und Minenopferhilfe zu finanzieren. Zudem verpflichtet sich jeder Vertragsstaat, seine Personenminen zu zerstören.
 
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Verein Tour d'Armin
Velofahren gegen Landminen
3014 Bern
 
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(Dieser Infodienst kostet 3 Franken pro SMS. Zum Abbestellen: "Stop Armin" an 9099)
 
Appel de Genève
FSD
Streubombe
Minen mit anderem Namen:
nicht detonierte US-Streubomben in Afghanistan töten wie Personenminen.
(© Los Angeles Times)
Fahrzeugminen
Fahrzeugminen zerstören nicht nur Panzer, wie die Werbung eines Minenherstellers suggeriert
(© Alliant Techsystems)